Ostereier

Ein Schweizer Grossverteiler publiziert in seiner Sonderbeilage Oster-Freude unter dem Titel „Spektakuläre Zahlen und erstaunliche Fakten“, dass sich in der gesamten Osterzeit die Anzahl verkaufte Eier verdoppelt, in den beiden Wochen vor Ostern vervierfacht sich die Zahl sogar!!

Ja und wo kommen denn plötzlich so viele Eier her? Wir erinnern uns, Eier werden von lebenden Tieren, den Hühnern gelegt und nicht etwa „produziert“.

Arbeiten die Lege-Hennen nun in Sonderschichten oder legen sie plötzlich 2-4 Eier pro Tag? Und was ist nach Ostern, kriegen sie dann einen Sonderurlaub?

Hühner sind Haustiere und wurden seit Jahrtausenden so gezüchtet, dass sie möglichst täglich Eier legen und der Bruttrieb kaum mehr vorhanden ist.

Kein Wildvogel oder Wildhuhn würde das tun – denn sie legen nur im Frühjahr ihre Eier um diese dann zu bebrüten und sich fortzupflanzen.

Die Bindung vom Huhn an den Menschen ist darum sehr gross, ohne den Menschen gäbe es das Huhn in dieser Form gar nicht.

Ich bin überzeugt, dass die Hühner, ja alle unsere Haustiere, mit uns Menschen einen „Vertrag“ abgeschlossen haben:

Wir lassen uns von Euch nach Euren Vorstellungen züchten und zähmen, ihr sorgt für uns, und wir dienen Euch dafür mit unseren Produkten und unserem Körper und Leben als Nahrung!

Die Tiere halten sich an ihren Teil der Abmachung – wir Menschen leider nicht mehr, denn wir SORGEN nicht für die Tiere, wir beuten sie aus. Tiere sind nur noch Produktionseinheiten, die „spektatkuläre Zahlen und erstaunliche Fakten“ liefern.

Abgesehen von den „üblichen“ Ungeheuerlichkeiten in Legehennenbetrieben, die ja bekannt sind (z.B. männliche Küken werden lebend geschreddert, weggeschmissen etc, da nicht rentabel als Poulet / Masthähnchen aufgezogen zu werden, da die speziell auf das Legen gezüchteten Hybriden-Rassen zu wenig Fleisch ansetzen) kommt nun an Ostern eine weitere Abartigkeit hinzu:

Die Osterhühner – nein, sie haben nichts zu tun mit den herzig flauschigen Küken auf den Hochglanzprospetken oder den dressierten Hühnern der Werbung!

Osterhühner werden eigens für den 2-4–fach steigenden Eierbedarf an Ostern „produziert“ und dann wieder „entsorgt“, nach Ostern sind sie nichts mehr wert und eine halbe Million junge, gesunde Hühner (diese Zahl gilt für die kleine Schweiz!) werden geschreddert. Oft werden diese temporären Osterhühner auch nicht konform gehalten, es ist ja nur für ein paar Wochen!

Natürlich möchte ich Euch nicht die Oster-Eier-Freude verderben! Aber müssen wir denn an Ostern wirklich so viel mehr Eier konsumieren als sonst?

Und bitte, kauft alle Eier (auch die, die "nur" zum Backen vorgesehen sind!) von einem vertrauenswürdigen Händler in Bio-Qualität, – am besten ab Hof, wo ihr sehen könnt, wie die Tiere gehalten werden und ob für sie gesorgt wird, so wie im Vertrag zwischen uns Menschen und den Haustieren vereinbart wurde!

Tami, Tina und Traudl, meine drei fleissigen 2-jährigen "Damen" aus Sussex geniessen ihren Auslauf

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