Pflanzendevas

Schon als Kind habe ich die Pflanzen geliebt, ich konnte Nachmittage lang in der grossen Blutbuche hinterm Haus verbringen, oder im Essigbaum, der auf gäbiger Höhe mir mit dem Stamm einen Sitz hingeringelt hatte. Eines Tages, ich erinnere mich noch genau an mein Entsetzen, Schrecken und meine Trauer, ist der kleine Essigbaum einfach umgekippt. Ich weinte als wäre ein Freund gestorben und mein Vater war sehr erstaunt über diesen Gefühlsausbruch, - nur wegen einem kleinen Baum!

Ich wollte damals immer Gärtnerin werden und während meiner Bauernhauszeit hatte ich dann auch viel Gelegenheit, das Gärtnern zu üben.

Aber erst Wolf-Dieter Storls Buch Pflanzendevas - Die geistig-seelischen Dimensionen der Pflanzen hat mir die Augen geöffnet, was sich da wirklich für eine Wunderwelt verbirgt.

Devas - Pflanzenseelen (Sanskrit: die Strahlenden), die Kinder der grossen Vegetationsgöttin, die in allen Kulturen verehrt wurde als Freya, Demeter, Persephone Brigid, Holle, Shakti, Parvati, Devi und unter vielen weiteren Namen.

Devas - kosmische, göttliche Wesen, die von den Sternen und Planeten auf die Erde herab wirken und als Blumen, Wiesen, Bäume, Sträucher ihre auf Erden verwirklichten Gedanken sind.

Wolf-Dieter Storl

Alle Kulturen, ausser unsere gegenwärtige, glaubten, dass "hinter" der Pflanzenerscheinung in dieser Welt sich fühlende Seelen und ein erkennender Geist verbirgt.

Schamanen und Pflanzenkundige verkehren mit dem Geist der Pflanze und ich bin sicher - auch wir können das. Die Zeit ist jetzt da um das zu üben, was es dazu braucht ist einfach Interesse an der Pflanze und den "Kopf", das Wollen und Zwingen auszu-schalten.

Ich hatte oft Mühe die vielen ähnlichen Doldenblütler auseinanderzuhalten, von denen einige giftig sind andere heilkräftig. X-mal habe ich sie mir im Pflanzenbestimmungsbuch angesehen und in der Natur war ich dann noch nicht mehr sicher, ist es jetzt die oder jene - denn die gleiche Pflanze kann ihre Erscheinung je nach Standort sehr ändern.

Giersch

Nun, ich stand wieder mal vor ein paar Doldenblütlern und fragte mich - ist das jetzt Giersch, oder Kerbel, Wilde Möhre oder Baldrian, Meisterwurz, Engelwurz oder der giftige Schierling? Mit meinem Kopfwissen konnte ich zwar einige ausschliessen, aber ich war verwirrt und auch ein wenig enttäuscht, dass ich die Pflanze jetzt immer noch nicht sicher erkenne.

Ich stand etwas ratlos da und da hatte ich die Intuition: Frag doch einfach die Pflanze selber! - und sofort hatte ich den Namen, es war der Giersch!

Zur Sicherheit machte ich noch Fotos schaute zu Hause nach - es stimmte! Wow - das war wirklich eine Supererfahrung! So einfach gehts also!

Baldrian

Kälberkopf

Und wirklich - es funktioniert immer wieder - und die Deva stellt sich nicht nur vor, nein, sie kann auch Ratschläge geben, wo man sie am besten hinpflanzt, was sie heilen kann und vieles mehr - einfach der Intuition mehr vertrauen - ernst nehmen was mir "in den Sinn" kommt.

Manchmal können sie sich auch recht energisch melden, meine Tochter wurde von einem Tulpenstrauss Nachts um 4 Uhr aus dem Bett geholt mit der dringenden Aufforderung jetzt sofort und unbedingt Wasser zu geben! Sie dachte sich erst: Was soll das?, ich schau dann am Morgen! - aber sie konnte nicht wieder einschlafen, bis sie wirklich aufstand um den Tulpen, die schon ganz schlaff in der Vase hingen das ausgetrunkene Wasser zu ersetzen. Am Morgen stand der Strauss wieder in der Vase wie wenn nichts gewesen wäre!

Die These der Kulturantropologen, dass die Pflanzendevas eigentlich den Menschen domestizierten und nicht umgekehrt - das fand ich ein ganz revolutionär!

Pionierpflanzen, die sich an Lagerplätzen der Nomadenvölker der Steinzeit ansiedelten, z.B. Getreidegräser mutierten zu unseren heutigen Kulturpflanzen - und das sei weniger dem menschlichen Erfindungsgeist, als der biologischen Anpassungsfähigkeit der Pflanzen zu verdanken.

Die Samen der Pflanzen wurden immer wieder in der Umgebung von den Menschen und Tieren "ausgesät" anfangs ohne Absicht und passten sich den menschlichen Bedürfnissen soweit an, dass sie feste Ähren bildeten und gleichzeitig keimten und reiften. Wildkräuter dagegen keimen und reifen gestaffelt, dies ist für das Überleben ohne menschliche Hilfe entscheidend.

Mais zum Beispiel kann sich nicht mehr selbständig aussäen. Eigentlich würde das das Aussterben der Pflanze bedeuten, aber das Gegenteil ist geschehen! Die Kulturpflanzen eroberten die ganze Welt mit Hilfe der Menschen. Haben die Pflanzendevas die Menschen für ihre Zwecke eingespannt?

Sie verzichteten auf Gifte, Stacheln und Dornen, wurden saftiger, grösser, nahrhafter, dafür hätschelte der Mensch sie, indem er säte, goss, jätete, erntete.

Manche Pflanzendevas wie Erbsen, Linsen, Hafer, Roggen, Hanf, Mohn, Mangold, und Rüben näherten sich dem Menschen als Ackerunkräuter und mit Hege und Pflege verloren sie ihre Wildheit - und einige sogar ihr Gift, wie Yams in Südasien oder Maniok in den Tropen.

Interessant, dass diese Entwicklung in verschiedenen Erdteilen gleichzeitig geschah ohne dass es hier eine physische Verbindung gab.

All diese Pflanzen benutzten den Menschen um sich über die ganze Welt auszubreiten. Ja sie liessen dien Menschen schuften für sich - Wälder brandroden, Kanäle und Dämme bauen, Wüsten und Steppen bewässern. Das musste organisiert werden, eine Kultur-Gesellschaft entstand - den Anfang der Zivilisation haben wir also den Pflanzendevas zu verdanken.

Sie nahmen auch immer wichtigere Rollen ein und verdrängten die Tiergötter der Altsteinzeit, die grosse Göttin, Herrin der Tiere wandelte nun zur Erdmutter und Wachstumsgöttin.

Pflanzendevas wollen bewundert, verehrt und geliebt werden und jeder der Pflanzen hat weiss, dass sie in unserer Aufmerksamkeit und Liebe prächtig gedeihen. Unsere Gefühle sind Nahrung für die Pflanzen.

Ehrenpreis

Die Annäherung der Pflanzendevas verschiedenster Pflanzen ist nicht abgeschlossen - immer wieder "findet" man neue Pflanzen, die sich melden bei uns - wie vor ein paar Jahren der Bärlauch - oder die Brennessel, die nahe bei den Menschen wächst und "brennendes" Interesse hat unsere Aufmerksamkeit auf ihre heilsamen Wirkungen zu ziehen.

Es ist schon ein paar Jahre her, seit ich Wolf-Dieter Storl für mich entdeckt habe. Jedes Jahr im Winter schreibt er ein Buch mit immer wieder Neuem aus seinem unglaublichen

Wissensfundus - jedes einzelne davon ist empfehlenswert - und im Sommer ist er auf Tour an Vorträgen, Seminaren und Kräuterwochen.

Er erzählt wahre Geschichten, deren Bilder niemand entrinnen kann, er hat ein Energie, die jeden fasziniert.

Hier auf dem Bild waren wir in der Toscana und die Wilde Karde wird gerade besprochen auf der Kräuter-wanderung - wobei Wanderung eigentlich übertrieben ist bei Wolf-Dieter Storl, denn wenn die Vegetation abwechslungsreich ist kommt man (örtlich) nicht weit, denn er weiss zu jedem Kraut viel zu erzählen - dafür kommt man geistig und seelisch umso weiter!

Wolf-Dieter Storl hat ein immensens, nicht nur Kopf-Wissen, eine unglaubliche Ausstrahlung und Authenzität und gleichzeitig Einfachheit - alles andere als Gurugehabe. Ein wunderbarer Mensch und ein grosses Vorbild!

Sein Wissen über Pflanzen, Mythen, Geschichten, Kulturen, kultur-übergreifende Zusammenhänge hat mich sehr inspiriert und mein Verständnis geweckt für die Zusammenhänge der Naturwelten und nicht zuletzt mein Herz geöffnet für die Liebe zur Schöpfung.

Wer die Gelegenheit hat, ihn live zu erleben, sollte das nicht verpassen. Ihr merkt schon, ich bin ein richtiger Storl Fan!

Hier auf den Links könnt ihr ihn selber erleben - viel Vergnügen!

https://www.youtube.com/watch?v=hwMVWOQF6tg (5.22)

https://www.youtube.com/watch?v=WPlEOACy6sg (1.11.17)

www.storl.de

Alle Bilder von Susanne

Text inspiriert von Wolf-Dieter Storls Buch "Pflanzendevas"

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