Kunst

In der Galerie Weiertal in Winterthur, mehr als nur eine Galerie, ein Kulturort, eine Oase mit wunderbarer Gartenanlage, war ich gestern an der Vernissage der Ausstellung "JUST A PERFECT DAY" wo meine Freundin Sylvia Geel mit vielen anderen Ostschweizer Künstlern ausstellt.

Just a perfect day von Co Gründler

die Kehrseite von perfekt ....

Neugierig und ja, vielleicht auch ein bisschen skeptisch, denn ich als Pragmatikerin (ich liebe es wenn praktischer Nutzen optimal mit Schönheit verbunden ist!) muss mir jedes Mal einen kleinen Schubs geben bei "Kunst", bin durch die Ausstellungswelt flaniert und habe mich vom einen oder andern Kunstwerk ansprechen lassen - und oft ist es nicht mal dasjenige, das auf den ersten Blick ins Auge fällt.

Ansprechen in dem Sinn, dass der Anblick der Installation, des Bildes, des Kunst-Werks in mir einen Prozess auslöst, der über eigene Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen Neuverknüpfungen schafft - ja Neues in mir entstehen lässt. Neues als Denkanstösse, in diese oder jene Richtung zu schauen, Neues als Gefühle, die ein Kunstwerk in mir auslösen und diesen nachzuspüren: Woher klingt das an? Was geht mich das an? Warum? - oder auch Bekanntes bestätigt.

Die Installation von Sylvia Geel zeigt einen überdimensionalen "Rettungsring", aus tausenden weissen und roten Kleidungsstücken, die sie als Rosen geformt hat. Das erinnert wiederum an einen Trauerkranz.

"in memoria" heisst das Werk und zeigt die Haltung Europas zur Flüchtlichgskatastrophe im Mittelmeer. Die Rosen stehen symbolisch für all die Opfer, die die gefährliche Flucht über das Mittelmeer gefordert hat.

Menschen werden halbherzig gerettet, viele sind ertrunken, hatten keinen "Rettungsring" und die Suche der Überlebenden nach einer neuen Existenz wird zum Trauerspiel.

Mir gefällt das Werk sehr, die Ästhetik, der perfekte Ausstellungs-

ort, angeschwemmt am Ufer des Gewässers und nicht zuletzt auch weil die Pragmatikerin in mir zufriedengestellt wird, denn pro gesammeltes Kleidungsstück ging ein Spendenbetrag an das Solidaritätsnetzwerk Ostschweiz.

Sylvia Geel

Aber lasst euch selber inspirieren auf dem folgenden Rundgang!

Die Ausstellung dauert bis am 11. September 16, Infos über Events und Öffnungszeiten auf www.galerieweiertal.ch

Verknotungen - Verschlingungen - Chnöpf in der Leitung

Quid est? (Was ist?) fragt die Installation von Kathrin Severin - das gefällt mir gut, ist es doch eine meiner Haupt-Lebensfragen, hinter den Schleier der Illusion schauen: Was ist wirklich wirklich? Wovon lassen wir uns täuschen? Was ist real? Was ist wichtig? - siehe mein Beitrag: Tibetischer Budhismus

Die teils verspiegelten transparenten Platten nehmen die Umgebung auf, spiegeln sie und lassen durchblicken

Pyrit heisst diese Skulptur von Hanna Röckle - je nach Lichteinfall und Ansicht wechselt die Farbe der einzelnen Flächen - mir gefällt er besonders gut vor dem lila Flieder - ein ganzes Spektrum der geheimnisvollen Farbe Lila in Natur und Kunst und das Spannungsfeld das die organischen und geometrischen Formen erzeugen.

Brücke, Trennung, Verbindung? Metall und Wasser, beides funkelt, scheint verwandt

Sogar diese "Brücke", ein Sandsteinquader, ist ein Kunstwerk und war schon an der Bienale.

Ausdehnung heisst diese Installation von Barbara Stirnimann

Um diesen "Rippen" auf die Spur zu kommen muss man sich schon ein bisschen bücken - wie Teile einer Wirbelsäule eines archaischen Tiers wachsen sie aus dem Grasboden -,Weisse Bogen mit Linien, transluzent heisst dieses Werk von Ursula Baur

Hui dieser Wurm - oder eine Zunge? Knallrot-pink schlabbert er vom Chriesisbaum und erinnert mich an das "Gewürm und Gesücht", wie sich unsere Ahnen die Krankheitsgeister vorstellten.

Naturkunst - das pralle Grün verspricht das reife Rot - oder Gelb?

Das Werk Maakia Amyrensia von Marianne Rinderknecht spielt mit der Umgebung - ab und zu ein rieesiges buntes Brett vor dem Kopf schadet nicht! :-)

2 Spiralen von Marianne Jost-Schäffeler, interessant die vielen Aussagen und Einsichten, je nach Stand- und Gesichtspunkt

Ein "big apple" - anziehend durch die weich und sanft wirkende Kalksteinoberfläche, beängstigend durch die schiere Grösse!

Mit Stil heisst dieser Apfel von Susan Kopp

Hmm - hier lassen sie mitten in der Ausstellung die Wäsche hängen?? - meine ersten Gedanken zu dieser Installation - erst beim Näherkommen merkt man, dass hier etwas nicht ganz "sauber" ist. - Spiel mir das Lied vom Krieg von Liz Gehrer

Tor in die Freiheit von Lucie Schenker - die Kronen der goldenen Bäume bestehen aus 1km Stacheldraht - das Flüchtlingsthema wird hier visualisiert

Super Error Rondell von Beatrice Dörig, die Struktur in den Betonsegmenten wurde aus einem verfremdeten Foto eines Atomkraftwerks übernommen - auch hier die Frage nach Wahrnehmung und Wirklichkeit

Turm zu Babel von Heinz Zellweger aus Serpentin-Gestein als Mahnmal zum Thema Hybris der Menschheit

Animal heisst dieses Werk von Walter Wetter - Tierlaute und Schreie, auch Maschinengeräusche tönen laut, unregelmässig und höhlelig aus diesem Tank, der nicht geöffnet werden darf. Beängstigend und Neugierde erweckend! Was geschieht da drinnen? Wir wissen es doch eigentlich, - wir wissen um all die Tierfabriken!

Ich kanns nicht lassen ;-)- ist er nicht schön dieser kleine Stern? Aber auch er regt an zum denken: Warum macht sich die Natur die "Mühe" das Maximum an Funktionalität und Schönheit in dieser Vielfalt hervorzubringen?

Schwanensee von Hans Thomann

Inselwelten von Doris Naef erinnern an ferne Inseln, fragil im Angesicht der Klimaerwärmung

Der plastiksack von Karin Reichmuth ist in Stein gehauen (Marmor), täuschend echt auf den ersten Blick: Was soll dieser Sack hier, sogar in dieser hehren Umgebung ??!! - unseren Abfall werden wir so schnell nicht los!

"in memoria" von Sylvia Geel - Beschreibung siehe oben

Ein idyllisches Badehäuschen mit 2 laufenden Staubsaugern drin? Wo führen die Schläuche hin?

Ah hier tut sich was - die Luft, der Raum, das Volumen wird ausgetauscht und in der Hülle dargestellt: Transfer von Brigitt Lademann

Die Installation white on wood "Land-Art" von steffenschöni fügt sich äusserst harmonisch in die Natur (eine starke Konkurrentin!) - Äste erscheinen geweisst plötzlich als Gebeine - oder Geweihe?

Himmelsleitern von René Düsel

und eine blühende Pimernuss - ein selten Gewächs, mit der Pistazie verwandt und hilft "pimpern" - siehe auch mein Beitrag: Frühlingskräuter entdecken mit den Wilden Weibern

Ein Eisentisch der langsam aus sich herauskommt ;-)

Karl Fürers Klangraum - erstarrte Musik, schön!

gläserne Madonnen

Pablo ein überdimensionales Rückseitenportrait von Gilgi Guggenheim, gefällt mir gut wie hier mit dem Licht gearbeitet wird

Der Raum von Claudia Keel

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