Aufessen was wir lieben!

Die Formel "Biolebensmittel = gut" stimmt leider nicht immer, ein Riesengeschäft läuft mit dem Gummibegriff "BIO" und auch in dieser Branche wird dem Gott Mammon jeglicher Anstand geopfert, es wird gehandelt ohne das geringste ethische Gewissen.

Eigentlich ist die Bezeichnung "BIO-Lebensmittel" an sich eine Ungeheuerlichkeit, denn: BIOS = Leben - sollte selbstverständlich sein für LEBENS-mittel und alle anderen, denaturierten, vergifteten Inzuchtprodukte müssten als KUNST-Nahrungsmittel oder ähnlich gekennzeichnet werden, mit dem Vermerk, "ACHTUNG, der Verzehr kann ihrer Gesundheit schaden"... ! :-/

Pflanzenzucht ist eine Grossindustrie geworden, die Saatgutindustrie beherrscht unseren ganzen Lebensmittelmarkt. Gentechnik oder gentechnik-ähnliche Methoden und Inzucht sind an der Tagesordnung und die Biobranche ist hier leider auch keine Ausnahme mehr.

Sarah Wiener, eine bekannte Köchin und Autorin sagt im Vorwort von Clemens G. Arvays Buch "Hilfe, unser Essen wird normiert!":

Heute sind Tomaten grün-rote Billiardkugeln, die schnittfestes Wasser enthalten. Was mich erschreckt, Sie können heute aus den Samen der Tomaten aus dem Supermarkt keine Pflanze mehr ziehen!

Die Saatgutindustrie stellt Designersaatgut her, das sich an den Anforderungen des Handels und der Industrie orientiert - die "Produkte" müssen gleichförmig und robust sein (Gummiballeffekt bei Tomaten!).

Das moderne Pflanzedesign bringt keine neuen Sorten hervor, sondern nur noch Hybriden.

Hybriden werden durch Inzuchttechnologie hergestellt, das heisst, Pflanzen werden über mehrere Generationen mit sich selbst befruchtet, diese Pflanzen sind dann genentisch stark verarmt und minderwertig - wenn dann diese genetisch verarmten Pflanzen wiederum untereinander gekreuzt werden wird die "F1 Generation" = Hybridpflanze, eine, nur einmalig sehr starkwüchsige und ertragreiche Pflanze erzeugt, quasi das letzte Aufbäumen vor dem Tod.

Die Samen dieser F1 Hybriden können nicht weiter vermehrt werden, denn die nächsten Generationen einer solchen Vermehrungsreihe fallen dann wieder in die ertragslosen Stufen der minderwertigen Inzuchtgenerationen zurück.

Somit ist die gesamte Landwirtschaft immer mehr abhängig von den Saaatgutproduzenten, sie müssen Jahr für Jahr neues Saatgut kaufen (und die entsprechenden chemischen "Hilfsmittel")- wer das Saatgut beherrscht, beherrscht die Menschheit - und wir verlieren nach und nach die Vielfalt unserer Samen!

Das System "Supermarkt" kann nicht anders als ausbeuterisch handeln und produzieren! Es ist generell ein System der Verschwendung, 40% - 50% der Früchte und Gemüse wird weggeworfen, schon bevor es im Laden landet, weil es nicht "konform" in Form und Farbe ist.

Üblicherweise wird die CMS-Technologie angewandt, eine gentech-nahe Methode, laut EU-Definititon keine Gentechnik, daher auch erlaubt wo Gentechnik verboten wäre und auch ohne Kennzeichnungspflicht. Die Pflanze wird genetisch kastriert - ein Zellkern zuviel wird radioaktiv bestrahlt oder durch Gift ausgeschaltet. Diese CMS Hybriden sind auch bei Bio-Produkten gefunden worden - es gibt keine Transparenz, wie das Saatgut produziert wird.

Man versucht immer mehr auch Saatgut zu patentieren, und gentechnisch zu verändern, damit die biologische Vermehrung der Pflanzen nicht mehr möglich ist. Teilweise können auch artfremde z.B. auch bakterielle Gene eingeschleust werden.

Siehe auch mein Blog: Keine Patente für Pflanzen und Tiere und das hochinteressante Interview mit der indischen Umweltaktivistin Dr. Vananda Shiva.

Auch wird die sog. "Terminator Technologie" (GURT) angewendet, genetisch auf Selbstmord programmiertes Saatgut (!)- das Saatgut begeht Selbstmord, das heisst, es stirbt ab nach einmaligem Anbau, die Pflanzen können generell nicht mehr "nachgebaut" werden von "widerspenstigen" Bauern.

Was für ein Affront und eine Ungeheuerlichkeit gegen das Leben an sich - gegen unser aller Biophilie, unserer grundlegenden Liebe zum Leben!

Biophilia-These - siehe in meinem Blog Heilungscode der Natur

Die Sicherung der Ernährung der zukünftigen Menschen steht mit diesen Methoden auf dem Spiel! Arten und Sorten müssen sich mit einem möglichst grossen Genpool unserer Mit- und Umwelt, Standorten, neuen Bedingungen, lokalen Schädlingen etc. anpassen können. Sie müssen sich evolutionär weiterentwickeln können - was bei den vergewaltigten Hybridpflanzen nicht mehr möglich ist!

Die Hybridpflanzen können keine Gene weitergeben, sie sind nicht in der Lage sich an neue Gegebenheiten anzupassen - und das in Zeiten des Klimawandels - das standartisierte Saatgut wird überall auf der Welt angebaut, in verschiedensten Klimazonen und mit entsprechenden chemischen Mitteln "unterstützt". Das heisst diese Pflanzen überleben nur noch mit "Hilfe" von chemischen Pflanzen"schutz"mitteln.

Die Inzucht Industrie, Video von Clemens G. Arvay

Wir schaden uns mit solcher Ernährung, wenn wir uns nur noch solche gen-verarmten Sorten einverleiben. Unser Körper, unser Immunsystem kann die sich dauernd evolutionär verändernden genetischen Informationen nicht mehr aufnehmen und sich ebenfalls, parallel dazu evolutionär weiterentwickeln. Unser Immunsystem verarmt ebenfalls. Dies kann auch eine Erklärung für das immer häufigere Auftreten von Allergien und Zivilisationskrankheiten sein.

Was können wir nun tun?

Wir können nur Verantwortung übernehmen für uns, unsere Kinder, unsere Gesundheit, umdenken und vor allem UM-HANDELN!! und das sofort.

Die Lösung ist, dass wir samenfeste Sorten anbauen (auch im Balkonkistchen möglich!), oder kaufen, und selber kochen und essen, denn wir verzichten auf diese gesunden und natürlichen Lebensmittel fast vollständig, wenn wir uns nur noch im Supermarkt mit Essen eindecken.

Es gibt nur noch wenige Idealisten, die samenfeste Sorten züchten und und im grösseren Rahmen anbauen. Unterstützen wir sie, indem wir ihre LEBENS-mittel kaufen.

Wir müssen das essen, was wir erhalten wollen - wir müssen alte und samenfeste Sorten beim Biobauern kaufen - abgesehen vom ökologischen Nutzen ist die geschmakliche Vielfalt um ein Vielfaches grösser als bei den desingten Inzuchtpflanzen - um das Beispiel Tomate wieder zu nehmen - statt "schnittfestem Wasser" bekommen wir einen Wahninns-Sommer-Geschmack von ausgewogener Süsse-Säure bei den Tomaten - die es halt nur im Sommer, in der Tomatensaison gibt!

Geniessen wir doch die guten Dinge saisonal - nehmen wir die Geschenke der Jahreszeiten an und freuen uns immer wieder auf die Köstlichkeiten, die uns die Natur in den jeweiligen Saisons zur Verfügung stellt.

Denn auch das hat einen Sinn, dass wir hier in unserer Klimazone im Winter nicht unbedingt "kühlende" Gemüse und Früchte wie Gurken, Tomaten und Salat essen sollten, dafür "wärmende" Wurzelgemüse und Kohlarten.

Sucht euch in der Nähe einen Biobauern, der samenfeste und alte Sorten anbaut. Fragt am Marktstand was hier für Sorten verkauft werden.

Viele Biobauren bieten auch die Biokiste an - wöchentlich eine Kiste voll saisonales Gemüse - regt auch die Koch-Kreativiatät an!

Bei Bio-Eiern und Bio-Fleisch ist die Problematik ganz ähnlich, bei Bio-Eiern aus dem Supermarkt, deren Werbung uns vorgaukelt, die Eier seien von "glücklichen" Hühnern gelegt worden hat Clemens G. Arvay, recherchiert und das was wir eigentlich schon ahnen bestätigt.

Mit Küken und Hühnern wird im Biobetrieb nicht besser umgegangen als in konventioneller Haltung, der einzige Unterschied ist oft wohl nur das Bio-Futter, etwaige Restriktionen beim Einsatz von Medikamenten (Antibiotika!! - lässt sich kaum vermeiden bei Massenhaltungen, da völlig unnatürlich und krankmachend) und vielleicht noch Einschränkungen beim geforderten Platzbedarf pro Tier. Hier sind aber die Normen oft sehr verschieden. In der Schweiz kann ich die Marken KAG-Freiland und Demeter als vertrauenswürdig empfehlen.

Oder wer Platz, Lust und Zeit hat: selber Hühner halten (auch hier, alte Rassen bevorzugen, auch wenn nicht weitergezüchtet wird - ich habe seit 3 Jahren meine 3 Sussex Damen, eine sehr ruhige und zutrauliche Rasse), viele interessante Ideen und Infos gibts hier:http://www.huehnerhaus-mobil.de/

Dazu das Video von Clemens G. Arvay:

Grösster Bio-Bluff aller Zeiten

Auch ich muss mich immer wieder "an der Nase" nehmen und wirklich noch konsequenter und:

*bewusst achtsam selbstbestimmt* - mein Motto von TEILET.com - einkaufen

Leider finde ich auf der Schweizer Seite des Rheins keinen Bio-Gemüsebauern (!) - anders in Vorarlberg, unsere Nachbarn sind hier einiges innovativer:

www.wegwarte.at

www.vetterhof.at

www.lisilisbiohof.at

auch hier gibt es viele Bio Lebensmittel zu kaufen:

Leo's Laden in Lauterach

Frieda Bioladen und Café

Wir können aber auch entsprechende Initiativen unterstützen z. B. hier: Kein Patent auf Leben

was im Zeitalter des Internets wirklich einfach ist, wirksam und uns nichts oder nicht viel kostet - vielen Dank allen die mitmachen, sei es beim bewussten Einkaufen oder beim Unterstützen von mutigen Menschen, die daran glauben, dass eine gute Art der Lebensmittelherstellung möglich ist, denn wir müssen essen was wir lieben!

Alle Fotos von Susanne, Gemüse vom Vetterhof Lustenau und vom Tag der offenen Tür im Biohof Wegwarte in Koblach

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